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Der Rote Hahn

 

Der rote Hahn vom Stechlinsee

„Alles still hier. Und doch, von Zeit zu Zeit wird es an ebendieser Stelle lebendig. Das ist, wenn es weit draußen in der Welt, sei’s auf Island, sei’s auf Java, zu rollen und zu grollen beginnt oder gar der Aschenregen der hawaiischen Vulkane bis weit auf die Südsee hinausgetrieben wird. Dann regt sichs auch hier, und ein Wasserstrahl springt auf und sinkt wieder in die Tiefe. Das wissen alle, die den Stechlin umwohnen, und wenn sie davon sprechen, dann setzen sie wohl auch hinzu: ‘Das mit dem Wasserstrahl, das ist nur das Kleine, das beinah Alltägliche; wenns aber draußen was Großes gibt, wie vor hundert Jahren in Lissabon, dann brodelts hier nicht bloß und sprudelt und strudelt, dann steigt statt des Wasserstrahls ein roter Hahn auf und kräht laut in die Lande hinein.’ "
(aus: Theodor Fontane, Der Stechlin, 1898)

 

Der rote Hahn hat heute viel zu tun und kräht laut. Viel ‘Großes’ gibt es, und vieles davon ist nicht naturgegeben, sondern von Menschen verursacht. Konfrontiert mit dem Gegensatz zwischen der wundervollen Landschaft am Stechlinsee und dem ‘großen’ Atomkraftwerk Rheinsberg daneben ist in uns der Wunsch entstanden, das laute Rufen des Hahns durch die Lande zu tragen.

 

Was wir wollen
Es brennt. Die Nutzung der Atomenergie hat ihre zerstörerischen Spuren hinterlassen, unumkehrbar und für viele tausend Jahre wirksam. Diesen Spuren wollen wir nachgehen. Zu Orten, wo Atomwaffen stationiert sind, wo Uran abgebaut und verarbeitet wird, wo Atommüll erzeugt und gelagert wird.

Wir wollen auf dieser Reise andere Menschen im Widerstand treffen, uns mit ihnen über die aktuelle Atompolitik austauschen, gemeinsam Aktionen durchführen und einander bestärken in der Verantwortung für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen heute und in der Zukunft. Wir wollen uns der bedrohlichen Dimension der Atomkernspaltung öffnen. Wir werden diskutieren und schweigen, tanzen, trommeln, singen und dabei unsere Lebendigkeit und Freude stärken.

Was wir suchen
- Menschen und Gruppen, die mitkommen
- Menschen und Gruppen, die vor Ort Aktionen vorbereiten und/oder unterstützen
- Menschen und Gruppen, die uns von ihren Erfahrungen und ihrem Widerstand berichten
- Menschen und Gruppen, die sich zu finan-zieller Unterstützung bereitfinden
- Ideen, Anregungen, Kritik....

Wer wir sind
Wir sind eine unabhängige Gruppe von Freundinnen und Freunden aus dem ganzen Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz. Wir befassen uns seit 1990 mit den extrem langfrstigen Problemen des Atommülls, durch Information, emotionale Unterstützung, Stellungnahmen und Aktionen. Wir nennen uns Feuergruppe.

Wer mitmacht
Es beteiligen sich voraussichtlich u.a. (Stand vom Februar 99): Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen, OldenburgerInnen gegen Atomanlagen (OlgA), FriedensreiterInnen, AK Friedenswoche Oldenburg, BI Kernenergie Greifswald, Aktion Eine Welt e.V. Aue, Arbeitskreis Innere Ökologie, Energiewende Stendal, Kulturverein Schweizerhof.

Wie die Reise aussieht
Wir werden mit dem Fahrrad unterwegs sein (Tagesstrecken 40 - 60 km), größere Entfernungen werden wir mit der Bahn zurücklegen (leider). Trotzdem werden wir auf ein Begleitauto nicht verzichten können, für Material, das wir mitnehmen, für Radpausenbedürftige, Zelte, Küchengeräte und ähnliches. Soweit es möglich ist, werden wir feste Unterkünfte organisieren. Es ist aber möglich, daß wir auch in Zelten übernachten müssen.
> Wer mitfahren will und nicht an der ganzen Reise teilnehmen kann/will, sollte sich möglichst eine ganze Woche beteiligen, damit in der Reisegruppe ein Zusammenhalt entstehen kann.
Wer teilnehmen will, sollte sich möglichst bald (spätestens bis 15. Juni) anmelden, in dem Bewußtsein, daß die Reise auch Geld (ca. 30,-DM pro Tag zuzüglich Bahn) kosten wird.

Wir freuen uns über Ideen, Anregungen und Kritik.
Hier anklicken um ein email zu schicken: feuergruppe@snafu.de