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Haftungsausschluss

Wer ist die Feuergruppe?

* Wir sind eine unabhängige Gruppe von Freunden und Freundinnen aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich mit den extrem langfristigen Problemen des Atommülls zu befassen. Wir treffen uns etwa viermal im Jahr, um uns zu informieren, emotional zu unterstützen, den geistigen Dimensionen der Probleme zu stellen sowie Aktionen nach außen vorzubereiten und durchzuführen. Wir nennen uns - wie ähnliche Gruppen in USA und England, die wie wir von Joanna Macy angeregt wurden - Feuergruppe.

* Wir fordern - wie alle anderen Initiativen der weltweiten Anti-Atom-Bewegungen - den sofortigen Stopp des Uranabbaus ebenso wie den aller Atomenergieanlagen. Und wir fordern die sofortige Beendigung jeglicher Produktion von Atomwaffen, deren Lagerung, Erprobung und Weitergabe.

* Uns ist klar, daß auch nach Erfüllung dieser Forderungen das größte Atomproblem bleibt: riesige Mengen radioaktiver Rückstände in verseuchten Gebieten und provisorischen Zwischenlagern. Einige der Bestandteile bleiben hunderttausende von Jahren radioaktiv (Plutonium zum Beispiel 240.000 Jahre). Es gibt weltweit keine Konzeption verantwortbarer Endlagerung, und es ist keine Lösung für dieses Problem absehbar.

* Wir sind überzeugt davon, daß wir auch als Atomkraftgegnerinnen und - gegner schon jetzt Mit-Verantwortung für die Lagerung radioaktiver Rückstände übernehmen müssen. Wir wollen die Lagerung und Bewachung dieses brisanten Materials weder jetzt noch in Zukunft allein den Managern, Politikern, Technikern und Polizeidiensten überlassen. Obwohl wir keine Atomwaffen und keinen Atomstrom wollten und wollen, sehen wir uns gegenüber den nachfolgenden Generationen in der Verantwortung für dieses „Erbe" aus unserer Zeit.

* Wir lehnen Wiederaufarbeitung von Atommüll wegen ihrer besonderen Gefährlichkeit ab. Da auch Transporte hochradioaktiver Materialien unvermeidlich gefährlich sind, sollen abgebrannte Brennstäbe und Abrißmaterialien von AKWs in deren Nähe gelagert werden.

* Wir halten nur eine rückholbare Lagerung von atomaren Abfällen für vertretbar. Denn nur so können unabsehbare und unkorrigierbare Langzeitfolgen verhindert werden, die unvermeidlich auftreten, z.B. bei Versenkungen ins Meer oder Verschüttungen in Bergwerken. Und nur so können die radioaktiven Auswirkungen ständig kontrolliert und die jeweils fortgeschrittensten Lagerungstechniken angewandt werden.

* Wir können uns vorstellen, uns langfristig an der Bewachung von Atommüll-Lagerstätten zu beteiligen, indem wir einige als öffentliche Bildungsstätten einrichten. Denn Atommüll-Bewachung ist auch eine geistige Aufgabe. Über unzählige Generationen hinweg muß die hohe Gefährlichkeit dieser Lager im öffentlichen Bewußtsein bleiben.

* Die Kenntnisse, die zur Spaltung oder Fusion von Atomkernen erforderlich sind, lassen sich - ebenso wie der Atommüll - nicht mehr aus der Welt schaffen. Ihr zukünftiger erneuter Mißbrauch läßt sich allenfalls verhindern, wenn - unabtrennbar von diesem Wissen - die Erinnerung an die atomaren Katastrophen des 20. Jahrhunderts wachgehalten wird.

* Die zeitliche Dimension dieser Aufgabe übersteigt menschliche Vorstellungskraft und Fähigkeit bei weitem. Daher handelt es sich bei der Langzeitlagerung radioaktiver Abfälle um eine menschheitsgeschichtliche Aufgabe mit ethischen, weltanschaulichen und spirituellen Aspekten. Es geht um das Hüten des von uns Menschen entfachten atomaren Feuers.

Der Rote Hahn

Stand vom 25. April 1999

Wir freuen uns über Ideen, Anregungen und Kritik.
Hier anklicken, um ein Email zu schicken: feuergruppe@snafu.de